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Sant Kirpal Singh – Die Suche nach Gott


Nach Abschluss meiner Ausbildung hatte auch ich bestimmte Ambitionen im Leben. Ich war ein unersättlicher Leser von Büchern. Ich hätte gerne eine große Bibliothek gehabt und dieses oder jenes. Aber ich musste eine Entscheidung treffen – gebe ich meinen weltlichen Vorlieben den Vorrang oder stelle ich Gott an erste Stelle. Ich brauchte länger als eine Woche oder zehn Tage, um mich zu entscheiden. Am Abend nach Dienstschluss begab ich mich an einen abgelegenen Ort, um eine Entscheidung zu fällen. Ich sprach mit mir selbst und überlegte hin und her, wog alles Für und Wider ab, manchmal bis ein Uhr, manchmal bis zwei Uhr nachts. Letztendlich kam ich zu dem Schluss: Gott an erster Stelle und die Welt danach.
Sant Kirpal Singh


Sant Kirpal Singhs Vater wurde im Alter schwer krank. Sant Kirpal Singh kümmerte sich mit großer Hingabe um ihn. Eines Tages sagte Sein Vater: "Kirpal, ich bin höchst zufrieden mit Dir, Du kannst um alles bitten, was Du Dir wünschst, sei es Reichtum, Kinder, Ansehen oder Ähnliches; und wenn der Segen eines Vaters etwas bewirken kann, wirst Du sicher erhalten, was Du Dir wünschst." Er erwiderte: "Wie du weißt, bin ich nicht nach weltlichem Besitz aus. Mein einziger Wunsch ist, Eins-Sein mit Gott zu erlangen." Sein Vater, der gerade einen Spaziergang machte und einen Stock in der Hand hatte, hielt plötzlich inne, überlegte eine Weile und sagte: "Du wirst Gott ganz sicher begegnen." Von diesem Zeitpunkt an offenbarte (diese Kraft) sich Ihm direkt, worum Er immer gebetet hatte.

Badhra Sena


Ich kann euch erzählen, in welchem Zustand ich in der Zeit um das Jahr 1914 war. Der Hintergrund hat eine gewisse Auswirkung auf das Leben eines Menschen. Einer, in dem diese Sehnsucht nach Gott Wurzeln gefasst hat, trägt noch Eindrücke aus der Vergangenheit in sich, die dann hervorbrechen und im Laufe dieser Geburt zur Auswirkung kommen. In jenen Tagen, als ich gerade im Büro arbeitete, brach ich ohne äußeren Grund in Tränen aus und die Unterlagen auf dem Schreibtisch wurden verdorben. Innerlich fragte ich mich selbst: "O Gott, was geht da vor sich?" Die Familie zu Hause konnte auch nicht verstehen, was los war; aber ich war einige Zeit davor von dem Wohnort meiner Eltern wegversetzt worden und sie dachten, das wäre der Grund meiner Tränen.

Im Jahre 1915 bekam ich Fieber, das etwa acht Monate andauerte. Erst lange danach kam ich zu meinem Meister. Ich lag da, bedeckte meinen Kopf und dachte an Gott. Keiner sagte zu mir: "Warum gehst Du nicht ins Büro?" oder "Warum tust Du nicht diese oder jene Arbeit?" Wenn man krank ist, hat man mehr Zeit zur Verfügung. Ist es nicht so? Wenn ihr gesund seid, wird es keiner dulden, dass ihr zu Hause bleibt – nicht einmal eure Familienangehörigen: "Geh bitte zur Arbeit!"

Ich habe schon öfters erwähnt, welche Stimmung tiefer Nachdenklichkeit mich damals in Lahore am Totenbett eines jungen Menschen erfasste. Wenn das Leben eines Menschen rein und keusch ist, erwacht das innere Wissen ganz ohne Anstrengung. Das ist ein ganz natürlicher Vorgang. Obwohl ich all das erlangt hatte, hatte ich aber dennoch das Mysterium des Lebens noch nicht gelöst, und während ich an der Seite dieses sterbenden Menschen saß, wurde mir bewusst: "Dieser Mensch liegt im Sterben; da ist etwas in ihm, das auch in mir ist, es verlässt seinen Körper – aber was ist dieses Etwas?" Damals konnte ich die Antwort darauf nicht finden, denn ich hatte dieses Wissen nicht. Was ist das, das in jedem wirkt, und das einen sterbenden Menschen verlässt? Ich saß da und sah, wie dieser Mensch alle, die ihm nahe standen und ihm lieb waren, zu sich rufen ließ und sie um Vergebung bat für alles, was er falsch gemacht habe, für jede Tat, die ihr Missfallen erregt haben mag. Danach schlossen sich die Augen und die Seele verließ den Körper. Voll Staunen war ich Zeuge dieses außergewöhnlichen Vorgangs. Da lag vor meinen Augen dieser Körper und das, was ihn belebt hatte, war gegangen. In mir war es noch, aber diesen Körper hatte es verlassen. Wohin es gegangen war, wusste ich nicht. Auf dem ganzen Weg zum Verbrennungsplatz versuchte ich dieses Rätsel zu ergründen. Dort angekommen, sah ich, dass ein alter Mann gestorben war und soeben verbrannt wurde. Nur ein paar Meter von einander entfernt wurden der junge Mensch und der alte Mann – die beiden Gegensätze des Lebens, Jugend und Alter – von den Flammen verzehrt. Ich war in meinem Herzen zutiefst betroffen von der Erkenntnis, dass niemand dem Tod entrinnen kann, keiner von uns. Gebildet oder ungebildet, alle Menschen sind in tiefer Unwissenheit gefangen. Dieses Mysterium des Lebens erfasste mein Herz und ließ es nicht mehr los. Von diesem Zeitpunkt an begann ich Tag und Nacht in allen Schriften, die ich finden konnte, nach der Antwort darauf zu suchen. Ganze Nächte verbrachte ich damit begierig zu lesen, aber ich konnte in den Heiligen Schriften und Philosophien keine Lösung finden. Ja, es gab Andeutungen und Hinweise darin, aber sie gaben keine praktische Lösung.

Sant Kirpal Singh

 

 

 

Sant Kirpal Singh

 Was können andere Menschen schon über den Zustand unseres Herzens wissen? Wenn das Rätsel des Mysteriums des Lebens das Herz erfasst, findet der Mensch nicht eher Frieden bis es gelöst ist.

Sant Kirpal Singh

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