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Nach dem Weggang

Gleich danach wurde Meisters Körper in den Ashram gebracht und auf einen Holztisch in der Veranda gelegt. Viele, besonders die, die immer um Ihn gewesen waren, fragten mich, einer nach dem anderen, was Meister über Seine weitere Mission gesagt hätte. Als ich das hörte, war ich sehr überrascht und dachte, wie können sie mir in diesem Augenblick solche Fragen stellen. Ich glaubte es nicht, dass Meister uns verlassen hatte. Ich dachte: "Es ist unser Test. Meister wird in den Körper zurückkommen. Warum haben sie Meister nicht in Sein Zimmer gebracht?" Das waren die Gedanken, die mich bewegten. Langsam wurde ich wie versteinert, und ich sah, dass die Meisterkraft mir half, bei Sinnen zu bleiben.

Auf einmal wurde mir klar: "Wenn Meister nicht zurückkommt, wie kann ich der Welt noch mein Gesicht zeigen?" Diese Leute fragten mich immer weiter, ich jedoch fühlte, wie sich das Leben aus mir zurückzog, und ich konnte mich nicht mehr auf den Beinen halten. Sofort setzte ich mich und verbarg mich unter dem Tisch, auf dem Meisters Körper lag. Niemand konnte mich dort finden. Dort saß ich. Manchmal fühlte ich, dass ich mich vom Körper zurückzog, als ob ich sterben würde. Aber ich konnte nicht sterben.

Tausende von Menschen aus allen Zentren in Indien versammelten sich. Es wurden Vorbereitungen getroffen, Meisters Körper auf dem Grundstück einzuäschern, das Meister an der Pambari-Road bereits erworben hatte. Das wurde Meisters Wunsch entsprechend so entschieden.

Es war später Abend, als Meisters Körper in den Flammen brannte. Vom Tonband war Meisters Stimme zu hören. Müde und niedergeschlagen schlief der Sangat rund um den Verbrennungsplatz an der Pambari-Road.

In dieser Nacht erschien Meister drei, vier Brüdern und Schwestern, fasste sie am Arm und sagte: "Ich bin nicht tot, ihr seid tot."

 

Meine Kinder sind in der ganzen Welt verstreut

Vor Seinem physischen Weggang beendete Meister alle Arbeiten, die noch ausständig waren. Wo Er ein Versprechen gegeben hatte, schrieb Er sogar Briefe um es abzusagen. Er sagte auch, dass Er nicht in der Lage sein würde, eine vierte Weltreise zu machen.

In Amritsar hatte Er zwei Versprechen gegeben: Eines war, dass Er das Dorf Jagdev Kumd besuchen würde, das andere war, dass Er helfen würde ein College in Mahal Jandiala einzurichten. Er bat mich, ihnen Bescheid zu geben, dass Er dazu nicht in der Lage sein werde.

Eine Aufgabe überließ Er Seinen Kindern damit sie es fertig stellen – das zukünftige Manav Kendra (Kirpal Sagar).

Bei der letzten Initiation, am 29. Juli 1974, initiierte Meister mehr als tausend Menschen. Meister hatte darum gebeten, während der Initiation eine Tonbandaufnahme zu machen. Das war das erste Mal, dass Meister erlaubte, Seine internste Handlung auf Tonband aufzuzeichnen. Später sagte Meister, diese Arbeit habe noch ausgestanden und nun sei sie getan.

Einmal fuhr Meister zu einem Satsangprogramm nach Kalka in der Nähe von Chandighar, wo man eine Bandaufzeichnung von einem Seiner Vorträge spielte. Meister sagte: "Ihr könnt euch glücklich schätzen eine Aufnahme eures Meisters hören zu können. Hätte ich die Worte meines Meisters auf Tonband gehabt, hätte ich bei der Initiation (die geladenen Worte) niemals selbst ausgesprochen. Die fünf Namen sind verschieden, obwohl Naam nur eines ist. Da Naam durch fünf Ebenen kommt, klingt der Tonstrom jeweils verschieden und es werden (bei der Initiation) fünf Namen gegeben. Die Stimme des Meisters jedoch verändert sich nicht und ist auf allen Ebenen gleich." Meister fuhr fort: "Es ist das erste Mal, dass die geladenen Namen eines kompetenten Meisters auf Band aufgenommen wurden.

Als sich Meister am 20. August im Willington Krankenhaus befand, sagte Meister zu mir, dass Er dringend drei Leute zu initiieren hätte. Er teilte mir mit, Er habe die Initiation auf Tonband aufnehmen lassen, und sagte: "Wenn sie kommen und um Initiation bitten, kannst du die Initiation geben und dabei dieses Tonband verwenden."

Entsprechend Meisters Anweisungen wurde den Aspiranten in Amritsar die Initiation gegeben. Zwei von ihnen kamen nacheinander in den Ashram und sie verstanden und akzeptieren Meisters Kompetenz. Der dritte kam nach einiger Zeit. Alle wurden mit der Erfahrung von Licht und Ton im Innern gesegnet. Im Laufe der Zeit wurde Amritsar entsprechend Meisters Worten das Hauptzentrum.

Nach dem physischen Weggang von Meister war ich drei Jahre in Delhi und erklärte alles über Meisters weitere Mission. Zu Beginn glaubten mir nur sehr wenige, aber ein kleiner Junge kam mir zu Hilfe. Er kam mit seinen Eltern und sah Meister mit eigenen Augen. Er sagte: "Vater, hast du gesehen, Meister hatte einen wunderschönen Federhalter in der Hand, er strahlte wie Gold. Und Er notierte die Namen aller, die im Satsang anwesend waren."

Meisters Lehre glaubten sie nicht, aber diesem Kind. Die Meisterkraft kommt dorthin, wo Satsang in Seinem Namen gehalten wird.

Harbhajan Singh

 

Sant Kirpal Singh, August 1974
Sant Kirpal Singh, 1974
 
Als Meister den Körper verließ,
hielt Er viele Male den Daumen ganz fest
mit den Fingern umschlossen.
Ich fragte: "Meister, was machst Du?"
Er sagte: "Nach mir lebt auf diese Weise, indem ihr den Meister (in euch) behaltet. Sitzt alle beisammen. Seid liebevoll zueinander. Behaltet den Meister in euch."

Harbhajan Singh

 

Zum Weiterlesen:
Gedicht: "Trennung" (nur in Englisch)

 

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