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In eineinhalb Monaten werde ich gesund sein


6. July 1974

Nach einiger Zeit war Meister wieder krank. Verursacht durch die Situation in der Welt, wegen der Probleme in der Welt, als auch wegen der Probleme Seiner Schüler, war Er physisch nie ganz gesund. Am 6. Juli war Meister wieder in Dehra Dun. Entsprechend einer Anweisung in der Meditation von Baba Jaimal Singh fuhr ich dorthin. Baba Jaimal Singh sagte: "Geh zu deinem Meister, Er sollte keine allopathischen Medikamente nehmen. Die Ärzte haben Asthma diagnostiziert, es ist aber nicht so. Er leidet nicht an Asthma. Wenn Er diese Medikamente nimmt wird es Ihm große Probleme schaffen. Was wird geschehen, wenn Er diese Medikamente nimmt? Seine Lungen werden nicht mehr in der Lage Sein Gehirn ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen, es werden Probleme auftreten."

Am 6. Juli fuhr ich direkt von Amritsar zu Meister. Meister fragte: "Hast du eine Nachricht gebracht?" Ich sagte: "Ja, Meister, Ihr sollt keine allopathischen Medikamente nehmen." Meister fragte: "Was soll ich dann nehmen?" Ich sagte: "Meister, Ihr solltet homöopathische Medizin nehmen, oder die indischen Kräuter, ayurvedische Medizin genannt. Das wird Euch helfen. Die Ärzte denken, dass Ihr an Asthma leidet, aber – Ihr leidet wirklich nicht an Asthma." Meister sagte: "Es ist richtig. Ich leide nicht an Asthma." Dann sagte Meister zu Taiji (Meisters Köchin), "Komm, du sagst immer, dass ich gesund sein soll. Schreib jetzt das Datum auf. In eineinhalb Monaten werde ich keine Medikamente mehr nehmen, denn ich werde ganz gesund sein."

Nicht einmal Taiji konnte es verstehen. Niemand, nicht einmal ich konnte es verstehen, aber wir fürchteten uns, dass das kommen wird (Meisters physischer Weggang). Diese Tage waren für uns sehr beunruhigend. Wir konnten weder hier leben (zu Hause), noch konnten wir dorthin fahren (zu Meister). Die ganze Zeit über dachten wir an Meister, wir dachte über die Situation nach, wir dachten an Meisters Gesundheit. Aber wir konnten nicht ahnen, dass Meister uns verlassen wird. Niemand ahnte es. Aber Meister gab einen deutlichen Hinweis. Es war der 6. Juli, und der 21. August ist genau eineinhalb Monate, fünfundvierzig Tage danach.

Dann sagte Meister: "Da du meine Medizin abgesetzt hast, werde ich in dein Haus kommen." Diese Worte wiederholte Er dreimal. Da ich die Bedeutung nicht verstehen konnte, schwieg ich. Ich wollte mich verbeugen und mit dem Kopf Seine Füße berühren, aber Meister zog Seine Füße zurück. Und sofort legte Er Seine Hand nahe an mein Herz. Ich nahm Seine Hand und drückte sie an mein Herz. Auf einmal erreichte eine Stimme mein Ohr: "Jetzt brauchst du Seine Hand (Hilfe)." Ich begann bitterlich zu weinen, es war jenseits meiner Kontrolle und meines Denkens. Meister bat mich meinen Kopf zu heben und in Seine Augen zu schauen, und ich tat es. Ich sah in Seiner Hand einen frischen Jasminzweig mit zwei Blättern und zwei Blüten.

Er gab ihn mir und sagte: "Das ist für euch beide. Das ist der Parshad, den Meister nur einmal in Seinem Leben gibt."

 

27. Juli 1974, Hazur Baba Sawan Singh Jis Geburtstag

Vom 26. bis 28. Juli 1974 veranstaltete Sant Kirpal Singh Ji das Rastrya Sant Samagam (eine nationale Versammlung der Heiligen). Swami Sarvagya Muni, Swami Govinda Parkash, Swami Ved Vyasa Nand Ji und Lama Kushak Bakula und einige Minister nahmen auch an der Versammlung teil. Da im Ashram nicht genug Platz war, wurde der Satsang außerhalb an einem anderen Ort gehalten.

Es war sehr heiß, und Meister war nicht bei guter Gesundheit. Noch bevor der Satsang zu Ende war, kamen bereits viele Menschen in den Ashram und setzten sich, um beim Essen als erste an der Reihe zu sein. Im Ashram drängte sich die Menschenmenge bis zum Außentor, und Meister konnte nicht in den Ashram hinein. Fast 15 Minuten musste Er in Seinem Wagen in der sengenden Hitze vor dem Ashram warten. Sein Zustand war so, dass Er nicht länger im Wagen warten konnte. So ging Meister zu Fuß. Meister war sehr unglücklich. Es war im allgemeinen so, dass alle zuerst den Satsang hören sollten, dann ging Meister in die Küche, und danach erst wurde das Essen ausgeteilt. Aber die Menschen hörten den Satsang nicht zuende. Die Hälfte von ihnen war schon in den Ashram gekommen, nur um vorher bereits ihr Essen zu erhalten. Als Meister schließlich eintreten konnte, sagte Er: "Dieser Platz wird als ein Platz, einzig für den Langar bleiben (Langar bedeutet ein Platz für das Essen). Die Menschen werden sich hier um das Essen streiten wie Hunde."

Meister ging hinein. Er atmete sehr schnell. "Gut, Doktor, schließ die Türe ab, niemand soll herein kommen", sagte Er. Meister setzte sich, hielt mit beiden Händen Seinen Kopf, seufzte und sprach: "Wie schön wäre es gewesen, wäre ich heute gegangen."

Es war ein schöner Tag, es war der Geburtstag Seines Meisters Baba Sawan Singh. Es wollte also an diesem Tag gehen. Ich weinte, und sagte: "Meister, warum sagt Ihr das? Solche Dinge haben keinen Platz in unserem Herzen!" Meister antwortete: "Entweder das Management-Komitee bleibt oder ich werde weiterhin bleiben, beides kann nicht nebeneinander existieren. "Es war das Äußerste was Meister sagen konnte, wozu Er gezwungen war es zu sagen. Ich hatte wirklich kein Heilmittel dafür. Meister war sehr unglücklich, diese Dinge kamen aus Seinem heiligen Mund und Er sprach sie aus. Ich sagte: "Meister, lasst uns nach oben gehen. Ich gebe Euch ein wenig Massage und Ihr werdet wieder gesund sein." Meister sagte: "Wie kann ich wieder gesund sein, selbst morgen muss ich wieder Initiation geben?"

Meister ging ganz langsam hinauf in Sein Zimmer. Dort begann ich Ihn zu massieren. Meister hielt meine Hand und sagte: "Doktor, fühle den Puls, wie lange wird es sich mit diesem Patienten noch hinziehen?" Wieder fragte ich Meister: "Meister, warum sagt Ihr immer wieder so etwas?"

Meister sagte langsam: "Ich habe es ausgesprochen. "Dann sagte Er gleich ganz liebevoll: "Der Meister verlässt seine Kinder nicht. Sei sicher, diese Kraft wird dich nie verlassen."

Dann fragte Meister nach meinem Programm. Ich sagte, dass wir von Seiner Farm in Nawanshar gekommen waren zusammen mit 30 Schülern aus Amritsar und Nawanshar, und dass sie alle wieder zurückfahren wollen, um dort zu arbeiten. Meister sagte: "Heute werde ich niemandem Parshad geben außer denen, die mit dir von der Farm gekommen sind." Darshan Singh, der älteste von Meisters Söhnen, brachte den Parshad. Meister ließ ihn den Parshad hinstellen und wieder gehen. Diesmal richtete Meister Seine Aufmerksamkeit länger als eine Minute auf die Süßigkeiten im Korb und sagte, dass niemand sonst Parshad nehmen solle als die, die wieder zur Arbeit zurückfuhren.

Gewöhnlich holte ich mir immer den Parshad am Schluss. Meine Frau und ich erhielten so den Parshad, wenn alle anderen ihn schon hatten. Während Meister Parshad gab, schaute Er uns ständig in die Augen und gab uns viele Hände voll Parshad. Wir baten um Erlaubnis zu fahren, aber Meister sagte: "Doktor, ich habe eine besondere Aufgabe für dich, du musst deshalb vor dem 20. August hier sein."

Meister war nicht bei guter Gesundheit, und das was Er sagte, ließ mein Herz vor Angst und Furcht erbeben. Ich bat, bis zu diesem Zeitpunkt bleiben zu dürfen, aber Meister ließ sich auf meinen Vorschlag nicht ein. Während wir die Treppe hinuntergingen, schaute ich zurück und sah, dass Meister uns nach schaute. Seine Augen waren voller Tränen.

Das war das erste Mal, dass wir uns zutiefst beunruhigt fühlten, und der Gedanke an Trennung erschreckte uns. Ich dachte und dachte unaufhörlich, verstrickte mich in meine Gedanken und konnte zu keinem Schluss kommen, was all die Hinweise bedeuten sollten, die Meister während unseres Aufenthalts in Delhi gegeben hatte.

Harbhajan Singh

 

Sant-Kirpal-Singh, Juli 1974

Meister sprach alles an, aber nur wenige konnten es richtig verstehen.
1972 sagte Meister in einem Satsang, in Hindi: "Die Sonne ist dabei unterzugehen. Wie lange wird Er noch bei euch bleiben ...?", und dazwischen sagte Er in Englisch: "Achtzig (Jahre)." So gab Meister Hinweise, aber die Menschen begriffen es nicht.

Harbhajan Singh
Weiters: Satsang im Sawan Ashram, 7. Juli 1974

Gott wartet auf euch, auf jeden von euch.
Er wartet auch auf mich.
Ich möchte zurückgehen.
Ich sage euch, wie sehr ich hier gefangen bin.

Sant Kirpal Singh

"Shabad" in Erinnerung an Hazur

Dieses Gedicht, das gerade gesungen wurde, sang Pathi Ji oft, wenn Meister auf dem Podium saß. Während er sang, sah er Meister direkt an. Der Text lautet:
"Es sind meine physischen Augen, aber Dein Strahlen, Deine Gnade leuchtet durch meine Augen."
Am 27. Juli waren wir immer sehr glücklich, weil wir in Meisters Gegenwart Baba Sawan Singhs Geburtstag feiern konnten. Meister jedoch war immer sehr traurig.

Biji Surinder Kaur
Sant-Kirpal-Singh-
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